Erläuterungen zu Fortluft und Abgasen |
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![]() Darstellung
des gemittelten Strömungsfeldes im Nahbereich eines kubischen Gebäudes
in turbulentem Wind, Hosker 1984.
Das Experiment bietet eine Reihe von Möglichkeiten:
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Luftströmungen
um Gebäude sind in der Regel äußerst komplex und werden
durch das Bauwerk selbst, aber auch durch die Bebauung in der Umgebung bestimmt.
Werden luftfremde Stoffe in dieses Strömungsfeld emittiert, resultiert
eine Verteilung der Immissionskonzentrationen, welche sich aus der rechnerisch
nur schwer vorhersagbaren Ausbreitung der Emissionen ergibt. Dies gilt besonders
bei gebäudenahen Quellen, wie
![]() Verwirbelung von Abgasen hinter einem Gebäude, Emission aus Linienquelle in der Straße, Wind von links, Theurer, 1998.
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Zur
experimentellen Simulation der Ausbreitung von Küchen-, Tiefgaragen-
oder Klimaanlagenfortluft wird ein Tracerverfahren angewendet. Als Tracergas
wird dabei ein in der Zusammensetzung der Luft entweder gar nicht oder nur
kaum enthaltenes Gas verwendet. Der Fortluftstrom
über maßstäblich nachgebildete Kamine wird mit einer genau
definierten Quellstärke und Konzentration des Tracergases erzeugt.
An möglichen Außenluftansaugstellen für Lüftungsanlagen,
im Nahbereich öffenbarer Fenster oder in Eingangsbereichen werden
Luftproben entnommen. Diese Proben werden einem auf das Tracergas sensibilisierten
Gasanalysator zugef[cedilla]hrt und der Tracergasgehalt bestimmt. In Abhängigkeit
der beim Versuch eingestellten Windgeschwindigkeit wird anschließend
die Verdünnung der Abgaskonzentrationen ermittelt und in Form dimensionsloser
Konzentrationswerte (K-Werte) dargestellt. Der Austrittsimpuls der Fortluft ist neben der Quellhöhe ein wesentlicher Faktor für die erzielbare Verdünnung im Nahbereich des Gebäudes. Dieser Austrittsimpuls wird durch die Austrittsgeschwindigkeit und die Dichte der Fortluft bestimmt. Für die zu untersuchenden Fortlüfte oder Abgase werden typische Richtwerte der Austrittsgeschwindigkeit vorgegeben. Bei zunehmender Windgeschwindigkeit erhöht sich der Impuls der Anströmung, wodurch unter Umständen eine Ablenkung und Rückführung der Fortluftfahne bewirkt werden kann. Die korrekte Modellierung einer Fortluftfahne ist dann gegeben, wenn die Quotienten von Fortluftimpuls und Anström-(Wind-)impuls im Modell und in der Großausführung gleich sind. Dies bewirkt, daß die Fahnenüberhöhungen im Modell und im Original einander entsprechen. |
![]() ![]() Prestigeträchtige Gebäude, wie hier das neue Bundeskanzleramt in Berlin, stellen besondere Anforderungen an die Gestaltung der Abgas- und Fortluftkamine (die Abbildungen zeigen den Modellversuch im Windkanal).
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Emissionsvolumenstrom des Tracergases ergibt sich aus der Forderung der
einzuhaltenden Impulsstromdichteverhältnisse. Zur Probennahme wird
eine dünne Messingrohrsonde an den zu untersuchenden Auflenluftansaugstellen
als `Schnüffler' positioniert oder die Probenluft über, am Modell
angebrachte Bohrungen abgesaugt. Als Bezugsgeschwindigkeit wird in der Regel
die Windgeschwindigkeit in Dachhöhe des untersuchten Gebäudes
gewählt.
Für die Übertragung der gemessenen Konzentrationswerte auf Naturbedingungen wird die Konzentration in der Regel in dimensionsloser Form dargestellt. Durch die Normierung des K-Wertes ist der Einfluß von w/u nicht erfaßbar. Die Übertragung des K-Wertes ist daher nur für das zugrundeliegende Geschwindigkeitsverhältnis zulässig. Zur Erfassung der worst-case Situation werden üblicherweise verschiedene, typische Windgeschwingkeitsverhältnisse untersucht und dafür die dimensionslosen Konzentrationswerte wie folgt angegeben:
Die, auf die Emissionskonzentration CE bezogene Immissionskonzentration CI an einer Meßstelle läßt als ein windgeschwindigkeitsabhängiger Verdünnungsfaktor betrachten. Der im Original bei einer bestimmten Windgeschwindigkeit zu erwartende Verdünnungsfaktor läßt sich aus den gemessenen K-Werten dann berechnen nach:
Der Verdünnungsfaktor kann zur Bestimmung einer 'worst case' Situation in Abhängigkeit der Windrichtungen, Windgeschwindigkeiten und Kaminhöhen für die einzelnen Quellpositionen an möglichen Außenluftansaugpositionen herangezogen werden. Auf diese Weise lassen sich aus den gegebenen Emissionsdaten eines Abgas- oder Abluftkamins die zu erwartenden Maximalwerte für die betrachteten Aufpunkte ermitteln. Diese Werte sind geeignet, mit Prüf- oder Grenzwerten aus Richtlinien oder Gesetzen verglichen zu werden. |
![]() Ansicht der maßstäblich nachgebildeten Kamine für Küchen- und Tiefgaragenfortluft auf dem Dach eines Verwaltungsgebäudes. Der Austrittsquerschnitt ist maßstabsgetreu nachgebildet, die Höhe der Fortluftmündungen ist im Modell variabel ausgebildet, womit eine Optimierung vorgenommen wird. |
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